Was eine Orange mit Mediation zu tun hat.

29. Oktober 2021

Die Geschichte vom Streit um die Orange ist ein klassisches Beispiel, um zu erläutern, wie Mediation in Konflikten wirken kann.

Zwei Schwestern streiten sich erbittert um eine Orange. Die Mutter schneidet die Orange daraufhin in zwei Hälften und gibt jeder Tochter eine Hälfte, um den Streit zu beenden. Eine schlüssige und auf den ersten Blick nachvollziehbare Lösung.

Allerdings hat jede Schwester jetzt nur die Hälfte von dem was sie ursprünglich haben wollte und ist damit entsprechend unzufrieden. Der Konflikt ist also keineswegs gelöst.

In der Mediation fragen wir zunächst, warum die beiden Schwestern denn unbedingt die Orange haben wollen und ergründen dadurch die Bedürfnisse der jeweiligen Partei. Bei dieser Herangehensweise hätte die eine Schwester geantwortet: „Ich möchte den Saft pressen, um ein Glas Orangensaft zu trinken.“ Die andere Schwester hätte geantwortet: „Ich brauche die Schale um einen leckeren Kuchen zu backen.“

Mit diesen Informationen hätte der Konflikt im Sinne eines Win-Win-Ergebnis sehr einfach gelöst werden können, denn jede Schwester hätte jetzt 100% von dem bekommen, was sie ursprünglich haben wollte.

Durch die offene Kommunikation wäre mehr Verständnis füreinander entstanden und der Perspektivwechsel zur Position der anderen hätte eine nachhaltige und zufriedenstellende Lösung ermöglicht.

In Mediationen versuchen wir immer genau dieses Verständnis für die Position des anderen zu erarbeiten. Das gelingt auch deshalb besonders gut, weil wir nicht in den Konflikt involviert sind und somit wertschätzend und allparteilich sein können.

Was eine Orange mit Mediation zu tun hat.