Was ein Hammer mit Mediation zu tun hat.

5. November 2021

Ein wesentlicher Grund für ungeklärte Konflikte basiert auf Missverständnissen in der Kommunikation. Wie schnell das Gedankenkarussel in Fahrt gerät, beschreibt der berühmte Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick sehr schön in der Geschichte mit dem Hammer:

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er „Guten Tag“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel!“

In diesem Beispiel genügt die Interpretation des Gegenübers, um eine Spirale in Gang zu bringen, die sich alleine auf die eigene Gedankenwelt stützt. Der Nachbar hatte zu keiner Zeit die Gelegenheit zu reagieren. Und so ist am Ende nur eines erreicht, der Mann mit den negativen Gedanken schadet sich im Grunde nur selbst.

Wie könnte diese Geschichte noch ausgehen? Kann Kommunikation noch gelingen bzw. an welcher Stelle wäre der Punkt erreicht, an dem die Geschichte noch zu einem guten Ende führen könnte?

Kennen Sie das, wenn vorschnelle Interpretationen zu viel Macht bekommen?

Durch Mediation können Wege zu gelingender Kommunikation gefunden werden.

Was ein Hammer mit Mediation zu tun hat.